Samstag, 21. April 2007

Alltag: Taihen taikuzu desu.

Irgendwie ist es hier so langweilig ich kann es gar nicht beschreiben. Man denkt zwar, wie kann es in Tokio langweilig sein? aber genau genommen bin ich gar nicht in Tokio sonder in einem Kaff vor Tokio. Und in diesem Kaff (Hachioji, Stadtteil von Tokio mit 500.000 Einwohnern) weis ich bis her nicht was man außer lernen machen kann. Seid dem Studienbeginn hab ich es noch kein mal geschafft in die Stadt rein zu fahren obwohl ich vom Wohnheim aus nur ne Stunde bräuchte.

Also ich eigentlich jeden tag was, gestern bin ich zum Beispiel mit meinem Mitbewohner in die nächste Stadt gefahren um Einzukaufen und heute war ich kurz in den USA, also auf einer Airforce Base, aber irgendwie kommt es mir am Abend so vor als hätte ich nichts gemacht.

Ich glaube einerseits habe ich mich noch nie so einsam gefühlt, man kennt zwar viele aber alle nur so halb bis gar nicht. Da helfen auch die ganzen Ansprechpartner nicht, denn letztendlich ist man doch allein. (deswegen werden die Blog Texte auch immer länger obwohl ich mir vorgenommen hab sie kurz zu halten und ich hab bis her jede Mail die ich bekommen hab richtig beantwortet, ich glaub das hab ich im Leben noch nicht gemacht.)

Und andererseits ist es hier so ätzend voll das ich mir Wünsch ich wäre mal ganz allein und hätte den Ansatz von Privatsphäre. Mir ist erst heute aufgefallen wie sehr es mich nervt das man hier physisch nie alleine ist. Im Zimmer ist immer der Mitbewohner, im Aufenthaltsraum sind auch immer welche, beim Essen sowieso und wenn ich von meinem Zimmer nach draußen will treffe ich auf den Fluren mindestens 15 Leute, die einen mit einer Standart Floskel grüßen, je nachdem wie spät es ist und in welche Richtung man sich bewegt.

Beim Duschen sind mindestens zwei mit dabei und beim Baden mindestens fünf, manchmal auch 15. Das ist halt so ein Japanisches Bad, wo man sich erst wäscht und dann in so eine art heißen Pool steigt. Eigentlich ganz nett aber es kommen und gehen ständig Leute. Unser kleines Bad im Block (nur Toiletten und Waschbecken) geht direkt von der Lobby ab und hat kein Tür (also die Klokabinen schon aber das Bad an sich nicht), sprich beim kacken kann man so halb dem Fernseher oder den Kommilitonen beim Essen zuhören. Cool oder?

Da fällt mir ein, es gibt im Wohnheim Duschzeiten! Von 7:00-9:00 und von 19:00 bis 1:00 Uhr. Man muss sich also überlegen wann man mit dem Sport anfängt oder wann man aufstehen will um nicht den ganzen Tag voll geschwitzt rumlaufen zu müssen. Da freut ich mich auf den Sommer mit 40 Grad C° und 99% Luftfeuchtigkeit

-Viren Info: Masern werden über die Luft übertragen (deswegen die Atemschutzmasken) wer nicht Immun ist und mit Erkrankten zu tun hat wird zu 90% angesteckt. In unserem alter ist die Krankheit zu 0,1% tödlich.

Also doch recht gefährlich wenn man das auf die Studentenzahl hochrechnet. Und ganz normal ist das hier auch nicht das eine Uni geschlossen wird. Es war auch in den Nachrichten und ist in der Größe noch nicht so oft oder noch nie vorgekommen.

- Und heute hab ich noch 2 Stunden versucht Skype zum laufen zu bekommen, nichts geht: Wer kann helfen? -WinXP, -Skype Version 3.1. -Der Uniserver ist ein Proxy-server. -Ich hab Skype neu installiert, ab und zu kommt die Fehlermeldung „internal error“ –Die einstellung sind auf Proxy Einstellungen. Automatisch, ports sind Freigeben und die Firewall macht auch keine Probleme. Internet geht aber Skype verbindet nicht. Bei einigen Rechnern geht’s, bei meinem nicht. Und für die die gerade gar nichts verstehen: Skype ist ein Internet telefonie Programm, wenns geht kann ich für fast umsonst nach Deutschland telefonieren.

Wie gehts den Lesern eigentlich? Foto: Unterirdischer Fahhradparklatz, und ich.

Boris

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hey alter, das is ja nich so cool das du so allein bist. Und ich kann mir auch schon vorstellen das die ganzen menschen einem irgendwann auch auf den geist gehen, ich wohn ja auch im Wohnheim aber das scheint die reinste Luxusherberge zu sein wenn man dich so hört. Hier in Hamburg is alles beim alten, Thomas is in Berlin wegen der Demo, Berenice mit ihrem freund in London und ich war gestern mit Martin in der schanze und hab zum ersten mal so ne gebackene Karoffel gegessen wo man alles rein tun kann was man mag Oo".
Naja, ich weiß gerade auch nich was ich schreiben soll... bin nur schon wach weil ich gestern zu voll war meinen Rechener auszumachen und von der Musik geweckt wurde, ich schreib dir bei Zeiten auch mal eine Email wo ich ein bisschen mehr erzähle. Grüsse von einem fleissigen Blogleser, Jens =)

Hildegard hat gesagt…

Moin Bobbele,
no worries. Glaube jeder Reisende hatte nach ner Zeit das Bedürfnis entweder alte Bekannte zu sehen, oder einmal völlig alleine zu sein. Aber ich kann dir versprechen, dass sich dass dann auch bald zum besseren wendet. Dummer Spruch, ich weiss - aber is so... bei mir wars ganz genauso.
Und hier ist tatsächlich nichts Besonderes los. War gestern mit Robsen in Lüneburg zu ner Party, wollten um 2 gehen, aber die erste Bahn wäre erst um 6 gekommen. also wir bis zu komatösen Zuständen gesoffen, alle Busse und Bahnen verschlafen, verplant oder sonstwas, irgendwann statt am Siemersplatz in Niendorf gelandet und um 8h im Bett gewesen ;)
Reinhaun', Daniel

Anonym hat gesagt…

moin,

Zum Skype thema kann ich leider nichts sagen, außer: An meiner highschool, war das auch server technisch unterbunden. Sprich msn, skype, overnet und sämtliche Downloads gingen nicht. Funktioniert bei dir den Skype? sonst probierst mal mit oldschool icq.go , das Sollte zumindest zum Chatten funktionieren.

Anonym hat gesagt…

yo boris! Ich hab grade mal deine seite entdeckt.. is echt interessant was du da schreibst.. ich hoffe dir gehts gut.. pEace ouT! Raoul H.